FREI AUSM BAUCH

7. August 2018

Ich bin davon überzeugt, die besten uns selbst betreffenden Entscheidungen treffen wir, wenn wir Kopf- und Bauchentscheidungen zusammenbringen. Wenn wir nur mit dem Kopf entscheiden, wird sich der Kopf auch immer wieder fragen: Habe ich mich richtig entschieden? Was wäre gewesen wenn…?

So ist der Kopf: denkt ständig nach.

Bei einer Bauchentscheidung ist das Gefühl entscheidend. Wenn es sich richtig anfühlt, wird man sich hinterher nicht so schnell fragen, wie es wohl gewesen wäre, wenn … Der Grund, warum man eine bestimmte Entscheidung getroffen hat, liegt ja auf der Hand: es hat sich eben richtig angefühlt. Gefühle sind einfach da und können nicht wegargumentiert werden, auch wenn das dem Kopf manchmal ganz gut gefallen würde.

Entscheidungen mit dem Kopf zu treffen bin ich gewohnt. Ich bin quasi darauf trainiert, alles zu durchdenken und mich am Ende für das Vernünftige zu entscheiden. Die Pro- und Kontraliste hat es mir vorher verraten. Ich kann Gefühle vielleicht nicht wegargumentieren, aber ignorieren kann ich sie ganz gut. Ich darf einfach nicht zu genau hinschauen und aussprechen darf ich sie erst recht nicht. Und wenn ich das nicht will?

Woher weiß ich, ob sich etwas richtig oder falsch anfühlt? Und wo entsteht das Gefühl im Körper?

In diesem kleinen Beitrag möchte ich eine Übung vorstellen, mit der Sie üben können, Ihr Gefühl besser wahrzunehmen, wenn sich etwas richtig, bzw. falsch anfühlt. Sie werden herausfinden, wo diese Gefühle in Ihrem Körper verortet sind. Interessanterweise muss eine Bauchentscheidung nicht unbedingt im Bauch entstehen.


Übung: Bauchgefühl

Suchen Sie sich einen ruhigen Ort und zeichnen Sie zuerst eine Tabelle nach folgendem Vorbild:

Sie können die Vorlage auch hier kostenlos herunterladen: Vorlage Tabelle.

Tragen Sie in das erste Feld ein, was Sie besonders gerne sehen. Daneben tragen Sie ein, was Sie besonders gerne hören, riechen, usw. In der zweiten Zeile tragen Sie ein, was Sie überhaupt nicht gerne sehen, hören, …

Machen Sie nun eine kleine Pause, konzentrieren Sie sich eine Minute lang nur auf Ihren Atem. Diese kleine Atemübung wird Ihnen helfen, den Blick nach innen zu richten.

Lesen Sie sich jetzt die zweite, also negative Zeile durch und versuchen Sie, sich alles auf einmal vorzustellen. Sie werden merken, wie sie körperlich auf die Vorstellung reagieren. Es wird sich schrecklich anfühlen. Auch wenn es schwer fällt, versuchen Sie dieses Gefühl bewusst wahrzunehmen. Wie fühlt es sich an und vor allem, wo nehmen sie die körperliche Empfindung wahr? Notieren Sie sich die Stelle oder markieren Sie sie an dem Männchen in der Vorlage.

Jetzt kommt der angenehmere Teil der Übung: Lesen Sie sich die erste, also positive Zeile durch und stellen Sie sich wieder alles auf einmal vor. Auch hier werden Sie merken, wie Sie körperlich reagieren. Diesmal wird es sich ziemlich gut anfühlen. Versuchen Sie auch hier das Gefühl bewusst wahrzunehmen und markieren Sie wieder die Stelle an dem Männchen in der Vorlage.

Jetzt wissen Sie, wie und vor allem wo ihr Körper reagiert, wenn sich etwas richtig bzw. falsch anfühlt. Sie können das Gefühl viel bewusster mit in Ihre Entscheidungen einfließen lassen.

Bitte achten Sie darauf, sich die positive Zeile als zweites vorzustellen. Sie sollen sich nach der Übung schließlich gut und nicht schlecht fühlen.

(Die Ähnlichkeit dieser Übung zu meinen Sieben kleinen Würdigkeiten ist übrigens kein Zufall.)

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